Singen auf den Kirchenstufen

„Wir sagen euch an den lieben Advent“

Lassen Sie sich einladen zum „Singen auf den Kirchenstufen“

an jedem Mittwoch im Advent vor der Lutherkirche.

Kerzenlicht wird die Dunkelheit erhellen, wenn wir singend und hörend den Weg zum Weihnachtsfest gehen.

Termine: Mittwoch 2., 9., 16. und 23. Dezember von 17.30 – 18.00 Uhr.

Erster Advent 2020

  • Eröffnung

Siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und Helfer.
So beginnt er, der erste Advent.
Wir bereiten uns vor.
Wir zünden eine Kerze an.
Die erste von vieren.
Bis er kommt.
Mit all seiner Liebe.
In all seiner Herrlichkeit.

  • Ein Lied: „Macht hoch die Tür“ (EG 1)


1) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

  • Psalm 24

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, 
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre? 
Es ist der Herr, stark und mächtig, 
der Herr, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, 
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre? 
Es ist der Herr Zebaoth; 
er ist der König der Ehre.

  • Worte aus dem Brief des Paulus an die Römer

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt;
denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 
Denn was da gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten;
du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«,
und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst:
»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.
So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Und das tut, weil ihr die Zeit erkannt habt, dass die Stunde da ist, 
aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit,
da wir gläubig wurden. 
Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen.
So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis
und anlegen die Waffen des Lichts.

  • Gedanken zum Text

Der Römerbrief. Das große Vermächtnis des Apostels Paulus.
Sein Vermächtnis für die Christen in Rom.
Sein Vermächtnis für uns.

Ein Wort steht hier in der Mitte: L I E B E.

„Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt.“

Liebe untereinander. Damit ist alles erfüllt.
Das ist alles, worauf es ankommt.

So einfach und klar steht es da.

Nicht Verliebtheit, nicht Eros, nicht Erotik, sondern die Form der Liebe,
die auch Jesus getragen hat bis ans Kreuz:
Agape, die Liebe zur Anderen, zum Nächsten.

Doch – was heißt das genau? Was bedeutet es, diese Worte zu leben?

Wie steht es um die Liebe untereinander? Wie steht es um die Liebe unter uns?

Wie steht es um die Liebe in diesen Tagen, in diesem November, an diesem ersten Advent?

Ich bin etwas ratlos.
Ich taste mich vor.
Ich suche.

“ ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“

Hat die Nächstenliebe ein neues, ein ganz konkretes Gesicht bekommen in diesem Jahr?
Das Gesicht mit Maske?
Nächstenliebe: Den nächsten schützen, ihm nicht zu nahekommen.
Abstand halten. Dem nächsten nichts Böses tun.

Ich muss an einen anderen Passus von Paulus denken, aus dem ersten Brief an die Korinther, dort hat er sein Hohes Lied der Liebe aufgeschrieben. Dort heißt es:

„Die Liebe erträgt alles […]; sie duldet alles.“

Und ja, das gehört wohl zur Liebe untereinander:
Dass wir das aushalten, die Masken in den Gesichtern, den Abstand zueinander,
die Quarantäne zu Hause, den Advent ohne Besuch, Weihnachten ohne Gottesdienst.
Aus Liebe und Rücksicht auf die, deren Gesundheit, deren Leben auf dem Spiel steht.
Aus Liebe zu denen, die sich um die Kümmern, die ohne medizinische Hilfe nicht mehr auskommen, die schuften Tag und Nacht, unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit,
die sich selbst ganz in den Dienst am Nächsten stellen.

Und doch regt sich auch Widerstand in mir. Aus Liebe.
Denn die Liebe will in Kontakt treten mit dem Nächsten.
Der Abstand ist ihr fremd. Die Liebe lebt vom Blick ins Angesicht.

Sie lebt von der Berührung.
Das, was Liebe im Letzten ist, zeigt sich im Weg Jesu:

Die Liebe lebt von der Selbsthingabe, nicht von der Risikoabwägung.

„Die Liebe erträgt alles […]; sie duldet alles.“
Das heißt doch auch: Sie duldet das Risiko, verletzt zu werden.
Sie erträgt den Anderen auch darin, dass er mir gefährlich werden kann.
Die Liebe nimmt es mit allem auf, was uns trennt voneinander,
wovor wir eigentlich zurückschrecken müssten, dem Verstande nach.

Die Vater- und Mutterliebe lässt sich nicht erschüttern
von der ständig laufenden Rotznase
und den ständig klebrigen und dreckigen Kinderhänden.
Die Liebe erträgt den Geruch des Alters ebenso wie den der vollen Windeln.
„Die Liebe ist langmütig und freundlich“,
auch wenn Du schnarchst,
auch wenn Du Deine Socken überall liegen lässt,
auch wenn Du nur noch so selten mit mir lachst,
die Liebe erträgt alles„,
sie verwandelt,
sie verwandelt am Ende auch den grünsten Frosch
mit einem Kuss
in einen Prinzen.

Wie steht es um die Liebe in diesen Tagen, in diesem November, an diesem ersten Advent?

Ich bin etwas ratlos.
Ich taste mich vor.
Ich suche.

Ich sehe ein Licht. Dort brennt es, am Adventskranz.
Es ist nicht das Licht, das vom Impfstoff kündet,
oder vom Ende der Maskenpflicht,
es ist das Licht von dem,
dessen Liebe alles getragen hat,
was an Bösem vorstellbar ist,
das Licht dessen,
auf den wir warten.

„Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen.
So lasst uns nun ablegen de Werke der Finsternis
und anlegen die Waffen des Lichts.“

Wir sind nicht allein,
wir sind umfangen von seiner Liebe,
die uns alle verbindet,
mögen wir auch weit voneinander entfernt sitzen und feiern.
Komm Herr Jesus, mit Deiner Liebe!

AMEN.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander (Worte von Janna Horstmann)

Deine Verheißung ist für uns,
tritt zwischen unser Ja und Nein.
Gib Klarheit, wo wir verschwommen fühlen.
Festige die, deren Welt ins Wanken geraten ist.

Deine Verheißung für uns,
tritt zwischen Unsicherheit und Enge.
Befreie Herzen und Hände. Lege deinen Geist in uns.

Deine Verheißung ist für uns, tritt zwischen die Zeit.
Zwischen Dunkelheit und Verzweiflung.
Gib denen Glauben, die sich im Zweifel verloren haben.
Bring die Hoffnung in uns zum Leuchten.

Deine Verheißung tritt zwischen Angst und Trauer,
setzte leise Töne von Trost in unsere Herzen,
bring zum Klingen, was in uns stumm geworden ist.

Deine Verheißung tritt zwischen die Zeit
von Kämpfen und Kriegen.
Lege Stille über die laute Welt,
zeig uns, wie sich Frieden anfühlt.

Deine Verheißung ist für uns,
tritt zwischen Wünsche und Erwartungen.
Lass uns einander mit Liebe erwarten.
Umhülle uns mit deiner Liebe.

  • Segen (nach 5. Buch Mose 31,6)

Seid mutig und stark!
Habt keine Angst, und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern!
Der Herr, euer Gott, geht mit euch.
Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!

Amen.

(Pfr. Dr. Georg Bucher)

Ausfall: Bastelnachmittag (28.11.)

Aufgrund der Pandemielage entfällt der für Sonnabend, den 28. November 2020, 14.30 Uhr, angekündigte Bastelnachmittag!

Ewigkeitssonntag 2020

  • Eröffnung

„Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ Der Evangelist Lukas mahnt uns zur Wachsamkeit. Ja, Lichter sollen brennen. Als Hoffnungslicht. Für die friedliche Zukunft Gottes. Und für die Menschen, die wir vermissen. Amen.

  • Ein Lied: Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147)

1 »Wachet auf«, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, »wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde«; sie rufen uns mit hellem Munde: »Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut’gam kommt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn!«

2 Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl.

3 Gloria sei dir gesungen mit Menschen– und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für.

  • Aus Psalm 126

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsre Zunge voll Rühmens sein.
Da wird man sagen unter den Völkern:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich.
Herr, bringe zurück unsre Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und tragen guten Samen
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.

  • Das Friedensreich des Jesaja

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.

(Jesaja 5,17-19.23-25)

  • Gedanken zu den Worten des Propheten Jesaja

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

(Marie Luise Kaschnitz)

Manchmal, so eröffnet Marie Luise Kaschnitz ihre Zeilen. Manchmal herrscht die Hoffnung des Einzelnen auf das Leben nach dem Tod ebenso wie die Hoffnung auf ein Friedensreich, wie es der Prophet Jesaja beschreibt. Mit weidenden Löwen und sanften Wölfen. Noch trägt die Hoffnung die Zeichen der Zeit. Es sind die Weckuhren und Leuchtzeiger ebenso wie das lebendige Haar und die atmende Haut ihre Symbole. Symbole, die über sich hinausweisen. Über das Manchmal hinaus. Ein Haus aus Licht ist noch in ihnen verborgen. Eine geheimnisvolle Ordnung. Aber die Leuchtzeiger löschen nicht aus, die Weckuhren hören nicht auf zu ticken. Obgleich ich gegenwärtig noch vom Gewohnten umgeben bin. Das Friedensbild des Propheten Jesaja und die Auferstehung erscheinen noch wie eine Fata Morgana, wie eine vorgespiegelte Oase unter Palmen. Noch bin ich mitten im Leid dieser Welt. Der Tod ist die Kehrseite der atmenden Haut und des lebendigen Haares. Aber deren Schönheit kann dem Betrachter nicht entgehen. In diesen Momenten des Manchmal sind sie in ihrer ganzen Schönheit gegenwärtig. So umfassen die Worte der Dichterin beide Themen dieses Sonntages. Sie hat die Hoffnung auf ein Leben in Gottes Armen im Blick und verbindet sie mit der Hoffnung auf Gottes Friedensreich. Wenige Zeilen genügen dafür, Zeilen für ein Manchmal. Darin bin ich erlöst. Erlöst von der Angst, den Menschen nicht wieder zu begegnen, die ich verloren habe. Und befreit zu der Hoffnung, dass diese Welt des Unfriedens der Zukunft Gottes nicht standhält. Die Leuchtzeiger löschen nicht aus. Auch in der tiefen Nacht. Amen.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander

Von dir Gott kommt unser Leben, und zu dir kehrt es zurück.
In deine Arme legen wir die Trauernden.
Wir vertrauen sie deiner Nähe an.

In deinen Schoß legen wir unsere Sterbenden.
Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Begleite sie und schenke ihnen Kraft für den Weg, der vor ihnen liegt.

In deine Hände legen wir unsere Verstorbenen.
Wir vertrauen sie deiner Barmherzigkeit an.
Halte du sie geborgen und nimm sie auf in die Ewigkeit.

Dein Jesus Christus ist unsere Zuversicht.
Mit seinen Worten beten wir:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfr. Olaf Wisch)

Gemeindeversammlung 2020

Liebe Luthergemeinde!

Die Gemeindeversammlung mit dem Bericht des Gemeindekirchenrates ist in jedem Jahr ein wichtiger Termin.
In diesem Jahr werden aber doch einige von ihnen wegen der „Corona-Umstände“ am 15. November nicht zum Gottesdienst und der Gemeindeversammlung kommen können. Deshalb möchten wir Ihnen alle wichtigen Informationen auf diesem Wege mitgeben.

Das erste Thema sind die „Zahlen“

Wir geben Ihnen einen kurzen, exemplarischen Überblick über die aktuellen Zahlen des laufenden Jahres:

Unsere Gemeinde hat im Moment 1060 Mitglieder.

An Spenden und Kollekten haben wir bisher für unsere
eigene Gemeinde  erhalten:

 20192020
Kollekten6.000€1.500€
Gemeindebeitrag13.000€6.000€


Unsere Ausgaben:

 2020
Neue Fenster im kleinen Saal13.000€ (davon 6.000€ Förderung durch den Kirchenkreis)
Stahlschränke in der Sakristei2.500€
Malerarbeiten in der Sakristei4.400€
Kühlschrank in der Teeküche700€

Diese Amtshandlungen wurden durchgeführt:

 2020
Trauerfeiern6 (davon 5 Gemeindeglieder)
Taufen2 (davon 1 Mitglied der
    Luthergemeinde)
Trauung (anderenorts)1
Konfirmationen3
Wiederein- bzw Übertritte in die Luthergemeinde2
Umpfarrungen in die Luthergemeinde2
Umpfarrungen aus der Luthergemeinde3
Austritte8


Die genauen Zahlen und Informationen können Sie
bei Frau Klotz und Herrn Wisch erfahren.

Das zweite Thema ist der aktuelle Stand der Planung des Gemeindehausumbaus.
Es ist inzwischen eine schier unendliche Geschichte, die im Jahr 2007 so optimistisch mit einer großzügigen Spende und der Planung eines Fahrstuhls begann.
Nach 13 Jahren und sehr vielen Gesprächen und Diskussionen in den Ausschüssen der Gemeinde, Gesprächen mit den Kindergartenmitarbeiterinnen und dem Vorsitzenden des Zweckverbandes und inzwischen zwei Architektenstudien ist der Gemeindekirchenrat unter Abwägung aller Möglichkeiten zu der Entscheidung gekommen, dass es für den Erhalt des Kindergartens unter den heute bestehenden Auflagen (z.B. Brandschutz, Funktionsräumen…), den gegebenen räumlichen Voraussetzungen und  den bestehenden Anforderungen in unserem Gemeindehaus kein sinnvoller und ausführbarer Um- bzw. Ausbau möglich ist.
Wir haben deshalb unsere Mitgliedschaft der Gemeinde im Kindergarten Zweckverband zum 31.12. 2023 gekündigt.
Diese Entscheidung ist uns wirklich sehr schwergefallen.
Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens bleiben natürlich im Zweckverband und der Vorstand des Kindergartenzweckverbandes ist sehr daran interessiert, die Plätze des Kindergartens und die Mitarbeiterinnen zu erhalten, wenn dann auch an einem anderen Ort.
Das Architekturbüro Christian Fromme ist nun dabei, die Ertüchtigung und Sanierung unseres Gemeindehauses und den Ausbau mit Fahrstuhl und zweitem Rettungsweg  ganz konkret zu  planen. Der Gemeindekirchenrat und der Bauausschuss haben mit Herrn Fromme Möglichkeiten und Wünsche abgesprochen und werden, wenn das Ergebnis sichtbar wird, die Gemeinde informieren.

Das dritte Thema ist der Wechsel unserer Gemeindepädagogin  ab dem 1.Januar 2021 in die Dölauer Gemeinde – der Abschied von Ulrike Simm

Sie haben es vielleicht schon gehört: Unsere Gemeindepädagogin Ulrike Simm wird uns zum Ende des Jahres leider verlassen.
Mit ihrem Engagement von Anfang bis Ende, mit unbändiger Neugier und Herzblut, mit dem Mut, sich auch mal zum Clown zu machen, mit gemeindepädagogischem Sachverstand, mit frühzeitigen und strukturierten Vorbereitungen, mit ihren Ideen, die immer am Puls der Zeit und nah an Kindern und Familien waren, mit ihrem Enthusiasmus, der sich auf alle Beteiligten übertrug , schenkte sie uns in Formaten wie Familienkirche (auch für Senioren!), Teenietreff, Familienwochenende, Frauenkreis, Weltgebetstag, Krippenspiel und Musicals, Faschings-Gottesdienst, St.-Martins-Umzug und Johannesfest bleibende Erinnerungen.
Sie schaffte es, die Südgemeinden weiter zusammenzurücken, übernahm zwischenzeitlich die Konfirmandenarbeit, plante kurzfristig und trotzdem mit großer Weitsicht die Renovierung der ehemaligen Taufkapelle, als die Versicherung nach einem Frostschaden Geld bereitstellte.
Sie organisierte eine geschmackvolle und praktische Ausstattung der Kinderkirche samt Küche und ließ alle nur so staunen.
In diesem Sommer legte sie Hoffnungssteine vor die Kirche, drehte einen Online-Familien-Gottesdienst zu Pfingsten und vollendete das Projekt Kirchenkoffer.
Viel wird bleiben von Ulrike Simm, denn etliche Formate tragen ihre Handschrift. Wir werden ihre Kreativität, ihre Fröhlichkeit und Leidenschaft, ihre planerische Voraussicht und ihre Fähigkeit, das Netzwerk im Süden mit Leben zu füllen, schwer vermissen.

Liebe Ulrike, wir wünschen Dir alles Gute!

Das vierte Thema ist das Gemeindeleben in Corona-Zeiten

Seit dem 13. März 2020 ist unsere Gemeinde wie auch unsere direkte Umgebung und unsere  ganze Gesellschaft ganz erheblich von der Ausbreitung des Coronavirus geprägt.
Der ersten Ansteckungswelle fielen in unserer Gemeinde die meisten Angebote und Veranstaltungen zum Opfer. Aber schon bald kamen die ersten Ideen:
Frau Kranich rief als erstes ganz viele unserer Senioren an und erfragte und organisierte  notwendige Hilfen.
Pfarrer Wisch, Herr Kötters und Frau Naumann haben über unsere
Internetseite die Andachten, Gottesdienste und dann die wieder möglichen Angebote bekannt gemacht und noch heute gibt es für jeden Sonntag den Gottesdienst online und auch als Druckversion.
Auch Frau Simm hatte gute Ideen: Hoffnungssteine, Kirchenkoffer, einen Online Gottesdienst und immer wieder Kontakt zu „ihren“ Kindern.
Für unsere Gemeinde wurde ein Hygienekonzept erarbeitet, es gibt vor den Veranstaltungen immer noch die Anmeldezettel und die Möglichkeit zum desinfizieren der Hände.
Im Moment sind wegen der stark steigenden Infektionszahlen auch in Halle
die Beschränkungen wieder stärker, dazu kommt, dass das Wetter Begegnungen im Freien und auch in unserer großen Kirche kaum mehr möglich macht.
Aber es gibt auch wieder viel Kreativität und die Hoffnung auf  bessere Zeiten.
So planen wir gerade den Heiligen Abend mit einer begehbaren Weihnachtsgeschichte um und in der Kirche. Darauf sind wir alle gespannt.
Die Arbeit des Gemeindekirchenrates ist geprägt vom besten Wissen und Gewissen der Mitglieder und wir sind angewiesen auf Ihre Mitarbeit, Ihr Mitdenken und Ihr Mittun. Deshalb danken wir Ihnen für die vielen Möglichkeiten, mit denen Ihre Mitarbeit unser Gemeindeleben planbar und lebendig macht.
Und wir alle gemeinsam sind wir angewiesen auf Gottes Segen, auf den wir hoffen und um den wir täglich bitten dürfen.

In diesem Sinn grüßt Sie  im Namen des Gemeindekirchenrates – Katharina Karg (Vorsitzende)

Bericht aus dem Gemeindekirchenrat (07.10. und 04.11.2020)

Mit einem gewohnt breiten Feld an Themen hat sich der Gemeindekirchenrat im Rahmen seiner Sitzungen in den Monaten Oktober und November beschäftigt. Angesichts der Pandemielage sind die Zusammenkünfte derzeit auf maximal zwei Stunden beschränkt.

Auch auf die zu besprechenden Inhalt hat die dynamische Entwicklung der Pandemie größere Auswirkungen. So hat der GKR ein allgemeines Hygienekonzept für alle Veranstaltungen und Zusammenkünfte der Gemeinde beschlossen. In Abhängigkeit der jeweils geltenden staatlichen und landeskirchlichen Bestimmungen besteht so ein verbindlicher Orientierungsrahmen. Das verabschiedete Konzept ist im Gemeindehaus und in der Kirche ausgehängt.

Auch muss des Öfteren kurzfristig entschieden werden, ob einzelne Veranstaltungen überhaupt stattfinden sollen.

Weitere Beratungen bezogen sich auf die Planung der Gemeindeversammlung, der Christvespern in diesen unsicheren Zeiten sowie verschiedener Bauangelegenheiten.

Zuletzt nahm der GKR die anstehenden personellen Veränderungen (Weggänge Ulrike Simm zum 31.12.2020 sowie Georg Bucher zum 31.03.2021) in den Blick und beriet über mögliche weitere Entwicklungen.

Martin Kötters

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2020

  • Eröffnung

Wie geht es für mich am Ende aus? Diese Frage begleitet den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr. In dieser Welt beschäftigen mich dabei moralische, wirtschaftliche und beziehungsorientierte Faktoren. Wenn ich also nichts ausgefressen habe im Leben und was geschafft und auch im Alter noch Menschen um mich habe, die sich um mich kümmern, komme ich zu einem guten Ende. In der Bibel heißt es: Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Die Perspektive wird geweitet über diese Welt hinaus. Und manches stellt sich dann als vorläufig und vergänglich dar. Für ein seliges Ende beten und bitten wir. Amen.

  • Ein Lied: Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)

1 Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt
um dich her in Trümmer brechen.
Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt:
er hält sein Versprechen.

2 Es mag sein, dass Trug und List eine Weile Meister ist;
wie Gott will, sind Gottes Gaben.
Rechte nicht um Mein und Dein; manches Glück ist auf den Schein,
lass es Weile haben.

5 Es mag sein, so soll es sein! Fass ein Herz und gib dich drein;
Angst und Sorge wird’s nicht wenden.
Streite, du gewinnst den Streit! Deine Zeit und alle Zeit
stehn in Gottes Händen.

  • Aus Psalm 50

Gott, der HERR, der Mächtige, redet
und ruft der Welt zu
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
Unser Gott kommt und schweiget nicht.
Fressendes Feuer geht vor ihm her
und um ihn her ein gewaltiges Wetter.
Er ruft Himmel und Erde zu,
dass er sein Volk richten wolle:
»Versammelt mir meine Heiligen,
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«
Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden;
denn Gott selbst ist Richter.
»Opfere Gott Dank
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,
und rufe mich an in der Not,
so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.«
Wer Dank opfert, der preiset mich,
und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.«

  • Der ungerechte Verwalter (Lukasevangelium 16,1-9)

Jesus sprach aber auch zu den Jüngern:

Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.
Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde.
Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.

Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Wort unseres Herrn Jesus Christus.

  • Gedanken zum ungerechten Verwalter

Ja, er ist klug, dieser Verwalter. Über den verschleuderten Besitz erfahren wir in dieser Geschichte nichts. Aber es scheint an den Beschuldigungen etwas dran zu sein. Denn er glaubt nicht mehr daran, dass seine Rechenschaft an der Entlassung aus dem Dienst des reichen Mannes etwas ändern könnte. So beschließt er eben, noch etwas mehr zu verschleudern, um sich bei den Nutznießern einen guten Stand zu verschaffen. Für seine Klugheit spricht nicht nur die kaltblütige Überlegung, dass ein Betrug mehr oder weniger an der Entlassung nichts ändern wird. Für sich selbst nimmt er nämlich nichts. Er geht maßvoll vor und knapst nur 50 oder 20 Prozent vom Besitz des reichen Mannes ab. Er ist sicher kein Prinzipienreiter, kein Moralist, aber er weiß sich zu helfen in einer Welt, von der Jesus sagt: Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Der ungerechte Verwalter macht das Beste aus seiner Situation.

Der Pfarrer Olaf Waßmuth schreibt in einer Predigt über diese Bibelstelle: „Ich musste an meinen Großvater denken, der peinlich genau darauf achtete, mit dem dienstlichen Bleistift nichts Privates aufzuschreiben.“   (https://predigten.evangelisch.de/predigt/ein-schmieriges-vorbild-predigt-zu-lukas-161-8-von-dr-olaf-wassmuth) Diese preußische Strenge hat etwas für sich. Ordnung und Sicherheit sind menschliche Grundbedürfnisse. Jeder hat seinen Platz und weiß, was er zu tun hat.

„Rom ist weit“, sagte er zu dieser Gruppe, die sich da versammelt hatte. Ein ziemlich bunt zusammengewürfelter Haufen. Erfolg und Ansehen war sicher nicht das hervorstechendste Merkmal der Teilnehmer eines Männertreffens in einem Kloster. Manche hatten schwere Zeiten hinter sich. Das miteinander zu teilen, ist ein starkes Band. Ein würdiger Anlass, um Gott dafür zu danken. „Rom ist weit“, sagte der katholische Mönch und Priester, auf die Frage hin, ob er das Abendmahl auch an die unkatholischen Teilnehmer ausgeben dürfe. (Für diese Geschichte geht der Dank an Falk Ritter aus der Gesundbrunnengemeinde, der sie mir aus eigenem Erleben erzählt hat.)

Der Mammon, das Geld, der Reichtum sind für Jesus von vornherein ungerechte Dinge. Der Verwalter kann gar nicht anders als ungerecht sein, da er den ganzen Tag damit zu tun hat. Trotzdem lobt Jesus ihn. Weil er am Ende seines Dienstes das Beste mit dem Ungerechten macht, was er tun kann. Das ist ziemlich radikal. Denn Jesus stellt damit moralische Werte in Frage, die sonst Sicherheit und Ordnung versprechen. Auch religiöse und kirchlich-institutionelle Werte gehören dazu. Er befragt sie nach ihrem Nutzen für unsere Beziehung zu Gott. Für eine Beziehung zu Gott, die über alle Brüche und Abbrüche hinweg – bis über den Tod hinaus – halten wird. Dann, wenn alles fällt, wie es in dem Kirchenlied von Rudolf Alexander Schröder heißt.  „Deine Zeit und alle Zeit / stehn in Gottes Händen.“ Amen.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander

Gott,

die gewohnte Ordnung unserer Welt
ist auf den Kopf gestellt
und die Tage sind unsicher geworden
zwischen Medizin, Wissenschaft und Politik.

Lehre uns Gelassenheit
für das Naheliegende zu sorgen
und für das Zukünftige klug zu planen.

Erinnere uns an deine Ordnung, Gott,
die uns über das hinausführt,
was sich uns aufdrängt.

Gib uns den Mut nach dem Besten zu streben,
in deiner Gerechtigkeit,
in der Liebe zu unserem Nächsten
und zu uns selbst.

Mit dir sind wir uns nahe
in diesem Leben und über dieses Leben hinaus.

Darum bitten wir mit den Worten Jesu Christi:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfr. Olaf Wisch)

Bittgottesdienst für den Frieden 2020

  • Eröffnung

Unfrieden ist in unserem Land, in unseren Herzen, im Miteinander von Völkern und Nationen.Wir sehnen uns nach einem Ende von Gewalt, Tränen und Leid.Und wollen umkehren zum Frieden.

  • Ein Lied: „Gib Frieden Herr gib Frieden“ (EG 430)

1 Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf. Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.

2 Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein. Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.

3 Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten, in Ängsten und doch frei, und jedem Freude gönnten, wie feind er uns auch sei.

4 Gib Frieden, Herr, gib Frieden: Denn trotzig und verzagt hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt! Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt, und mach aus uns ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.

  • Kyrie

Zu dir, Gott, Schöpfer der Welt, kommen wir, mit unserer Sorge um den Frieden.Wir schämen uns, weil wir zum Unfrieden beitragen: mit unserem Wirtschaften, mit unserem Lebensstil, durch rassistische Worte und nationalistische Politik .All das spaltet deine Schöpfung, zerstört deine Geschöpfe.Vergib uns unsere Schuld, Kyrie eleison.
Zu dir, Bruder Jesus, kommen wir.Du hast uns gezeigt, wie Frieden geht: Miteinander, füreinander. „Genug“ sagen und einfach leben. Die Schwachen und Kleinen im Blick. Lass uns deinem Ruf zu Buße und Umkehr folgen.Kyrie eleison.
Geistkraft des Friedens,erfülle uns mit bleibender Sehnsucht nach Frieden, nach Gerechtigkeit, nach Gottes Reich, das mitten unter uns ist. Hier und heute. Jetzt und überall. Amen.

  • Wort aus dem Buch des Propheten Ezechiel 18,31f.

Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt,
und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist.
Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?
Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben müsste,
spricht Gott der HERR.
Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.

  • Bildmeditation zum Plakatmotiv „Umkehr zum Friede (von Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf)

Das Abziehbildchen kringelt sich.
Schwarze Taube auf blauem Grund.
Passend in einem Jahr voll Trauer um so viele Totedurch einen bedrohlichen Virus.
Und immer noch Tote durch Kriege dieses Jahr,
Menschen auf der Flucht vor Gewalt.
Eingesperrt in Lager.
Beim Propheten Hesekiel heißt es: „Ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben müsste, spricht Gott der Herr.“ Schau genau: die schwarze Taube kringelt sich.
Auf dem blauen Untergrund bleibt nur ihr Schatten.
Blau ist die Farbe Gottes.
Alles Unvollkommene, das Leid, der Schmerz,Gewalt und Sünde sind aufgehoben bei Gott.
Gott sagt durch den Propheten Hesekiel:„Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.“
Das Abziehbildchen kringelt sich. Die Taube wendet sich. Löst sich. Macht sich frei.
Die weiße Taube kommt, mit dem Ölzweig im Schnabel.
Zeichen der Hoffnung. Neues Leben wird wachsen.
Und wir? Was machen wir mit dem Abziehbildchen?
Mit der Friedenstaube?
Lösen wir sie aus ihrer Erdenschwere?
Heften wir sie uns an, ganz nah ans Herz?
Was wäre, wenn die Taube wirklich flöge?
Trauen wir dem auch nur einen Flügelschlag lang?
Halten wir den blauen Himmel aus, den Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft?

Amen.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander in Schlagzeilen

Krieg um Bergkarabach – Ein Land verblutet – und der Westen schaut zu: Das ist nur ein aktuelles Beispiel. Seit über 100 Jahren kämpfen die Republiken Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach. In diesem Jahr ist der Konflikt erneut aufgeflammt. Todesopfer sind an der Tagesordnung, auch unter Zivilisten. Inmitten der immer wieder ausbrechenden Gewalt versuchen die Bewohnerinnen und Bewohner von Bergkarabach, ihrem täglichen Leben nachzugehen.

Wir bitten gemeinsam: „Gott, lass uns umkehren zu deinem Frieden!“

Der Flüchtlingsrat der UNO schätzt, dass Ende 2018 insgesamt 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht waren.
Die UNO schätzt, dass 2018 insgesamt 13,6 Millionen Menschen neu ihre Heimat verlassen mussten. Umgerechnet ist das so, als wenn 37.000 Menschen pro Tag fliehen.

Wir bitten gemeinsam: „Gott, lass uns umkehren zu deinem Frieden!“

Frankreichs Innenminister sieht „Krieg“ gegen den Islamismus.
Aus Frankreich und Österreich erreichen uns Nachrichten über islamistischen Terror. Hilft dagegen „Krieg“, auch wenn er in Anführungsstrichen steht? Was hilft gegen Angst, Zorn und Neid, hier vor Ort und weltweit?

Wir bitten gemeinsam: „Gott, lass uns umkehren zu deinem Frieden!“

Forscher fürchten neue Konflikte wegen Corona

Der „Global Peace Index“ bildet jedes Jahr ab, wie es um den Frieden in der Welt steht. Dieses Mal schreiben die Experten besondere Warnungen in ihren Bericht. Die Corona-Pandemie verheißt nichts Gutes. Auch für unser Zusammenleben hier vor Ort.

Wir bitten gemeinsam: „Gott, lass uns umkehren zu deinem Frieden!“

Mit den Worten Jesu Christi:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfr. Olaf Wisch)

Reformationsfest 2020

  • Eröffnung

Am Reformationswochenende erinnerten wir uns an den Grundgedanken Luthers: Im Glauben sind wir Heilige im Priestertum aller Gläubigen. Ein ganz ähnlicher Gedanke begleitete auch die Heilige Messe zum Sonntag Allerheiligen in der Kirche zu heiligsten Dreieinigkeit. Heilig durch Gottes Gnade sind wir. Für ein gesegnetes Leben und Sterben. Amen.

  • Ein Lied: „Gott ist gegenwärtig“ (EG 165)

1 Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder.

2 Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen.

8 Herr, komm in mir wohnen, lass mein‘ Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, dass ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, lass mich dich erblicken und vor dir mich bücken.

  • Aus Psalm 46

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den großen Nöten,
die uns getroffen haben.
Darum fürchten wir uns nicht,
wenngleich die Welt unterginge
und die Berge mitten ins Meer sänken,
wenngleich das Meer wütete und wallte
und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben
mit ihren Brünnlein,
da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.
Gott ist bei ihr drinnen,
darum wird sie fest bleiben;
Gott hilft ihr früh am Morgen.
Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen,
das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt.
Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.
Kommt her und schauet die Werke des HERRN,
der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet,
der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt,
der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.

Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Ich will mich erheben unter den Völkern,
ich will mich erheben auf Erden.
Der HERR Zebaoth ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unser Schutz.

  • Die Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium

Als er aber das Volk sah, ging Jesus auf einen Berg.
Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

  • Gedanken zu den Seligpreisungen

Die Lippersdorfer Kirche in einem kleinen Dorf nahe des Hermsdorfer Kreuzes wird geschmückt von einer Kassettendecke. Es ist eine schlichte Bauernmalerei, aber vielfältig ausgestaltet mit Rocaillen im Stil des Übergangs vom Barock zum Rokoko. Das Konzept der Anordnung ist bestimmt von einem planvollen theologischen Programm. Über dem Kirchenschiff sind 5×8 Tafeln und über dem Chor noch einmal 3×5 kleinere, also ingesamt 55 Tafeln angebracht. Die Tafeln im Schiff sind mit biblischen Szenen aus dem Alten Testament bemalt und werden von einem Wort aus dem Neuen Testament begleitet. So sind 32 Tafeln im Kirchenschiff gestaltet. Die Tafeln im Chor hingegen zeigen die Apostel und die Heilige Trinität, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Fehlen noch 8 Tafeln im Kirchenschiff. Sie sind der biblischen Geschichte vorangestellt und illustrieren jeweils eine der Seligpreisungen.

Ich sitze also in der etwas harten und engen, hölzernen Kirchenbank, über mir das menschliche Treiben der Bibel. Es geht dort ebenfalls hart und eng zu. Wenn ich mich richtig erinnere, sind es allein drei Steinigungen, die ich hier dargestellt finde. Ihnen beigesellt sind neutestamentliche Worte Jesu oder der Apostel. Dem schließt sich im Chor die kirchliche Tradition an. Das Glaubensbekenntnis und die trinitarische Lehre. Unter ihnen der Liturg und Ausleger des göttlichen Wortes. So ergibt sich ein Stromkreis, der Gottesdienstbesucher mit seinem Leben unter dem biblischen Leben, mehrfach ausgelegt und bedacht durch Neues Testament, Glaubensbekenntnis, Theologie und Predigt. Ein lebendiges Bedenken des Wortes Gottes, dass sich in dieser Darstellung entfaltet.

Und wie Jesus seiner Rede auf dem Berg die Seligpreisungen voranstellt, stellt auch der Entwurf dieser Dorfkirchendecke die 8 Sätze dem Nachdenken über das selige Leben voran. Selig sein ist die Voraussetzung für das Hören und Deuten des göttlichen Wortes.

Die Seligpreisungen haben Gewicht. Sie sind Grundlage für mein Leben vor Gott. Wie kann ich selig werden? Jesus beantwortet diese Frage im Ton der Frage nach der Gerechtigkeit vor Gott, die das Matthäusevangelium wesentlich bestimmt. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Das ist so ein Satz voller matthäischer Gerechtigkeit. Meiner Erfahrung in dieser Welt wird er nicht gerecht. Die Sanftmütigen fallen eher hinten runter. Kriegen bestenfalls nur ein kleines Stück vom Kuchen und werden oft übersehen. Sie fallen aus dem Blick. Ihnen wird nichts zugeschanzt. Sie gehen öfter leer aus. Jesus meint aber etwas anderes als irdischen Besitz. Ihm geht es um das Ansehen vor Gott. Das steht oft genug gegen die Regeln dieser Welt. Geistlich arm sein, Leid tragen, sanftmütig nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, Barmherzigkeit üben, Frieden stiften, verfolgt werden. In der Schule und im Leben habe ich davon nur wenig gelernt.

Wie kann ich also selig werden? Bei dieser Frage fällt mir eine der Preisungen besonders ins Auge. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. In dieser Preisung erkenne ich am deutlichsten, wie ich selig werde und Ansehen vor Gott gewinne. Gott schauen, das heißt umgekehrt von Gott angesehen werden. Vor Gott Ansehen haben. Das gelingt mit einem reinen Herzen. Ich nehme es heraus, sprühe es mit Fensterglasreiniger ein und poliere es blitzblank. Zum Schluss noch etwas Desinfektionsmittel. Aber es will nicht rein werden. Das ist der falsche Weg.

Es ist also nicht der Schmutz, den ich im Haushalt bekämpfe, von dem mein Herz rein sein soll. Ich suche noch einmal nach einem Rat. Dietrich Bonhoeffer schreibt in seiner großen Auslegung der Bergpredigt: Das reine Herz ist das einfältige Herz des Kindes, das nicht weiß um Gut und Böse, das Herz Adams vor dem Fall, das Herz, in dem nicht das Gewissen, sondern Jesu Wille herrscht. Rein ist mein Herz also, sagt Bonhoeffer, wenn ich im Verzicht stehe auf das eigene Gute und Böse.

Dieser Verzicht fällt mir nicht leicht. Ich will nicht böse sein. Aber es ist so verführerisch und bequem. Auch wenn das Gewissen drückt. Ich lasse meinen Nächsten links liegen, weil ich gerade was „Besseres“ zu tun habe. Gut will ich schon sein. Aber ist es wirklich gut? Schleicht sich da nicht schon wieder das Böse ein. Zu glauben, dass ich besser bin als mein Nächster, der vielleicht nicht meinem persönlichen Wertekompass entspricht. Den ich aus guten Gründen links liegen lasse. Den schimpfenden Patienten im Krankenhaus, den grölenden Teilnehmer einer Coronademo, den stummen und verstockten Partner, den stinkenden Penner vor dem Bahnhof, das bockige Kind. Alle diese Menschen ordne ich fest ein in mein vorgegebenes Schema von Gut und Böse. Und manche, ja viele fallen durch das Raster. Sind nicht gut genug. Wie ich selbst. Meistens falle ich sogar vor mir selbst durch – vor meinem strengen Urteil. Unreinen Herzens. Mein unreines Herz hat mir den Blick verstellt. Bildet sich was ein auf sein Gewissen. Meine irdischen Mühen der Reinigung bleiben vergeblich.
Ein reines Herz sieht davon ab. Richtet den Blick auf. Schaut Gott und wie er dich und mich gemeint hat.

Den Blick Gottes muss ich mir schenken lassen, denn das Wort steht nicht fest. Ich kann es nicht besitzen. Es will leben und ausgetauscht werden. Im Stromkreis elektrisiert werden. Damit kann ich mein Herz spülen, im klaren, fließenden Wasser. Ich stelle es in den Strom der Gedanken und Gefühle meiner Mitmenschen und des göttlichen Wortes. Ich frage nicht nach Gut und Böse, unbekümmert wie ein Kind, ich frage nach Gott und nach dir, kann sein, dass dabei mal was schief geht, oder dass es gelingt, aber das ist egal. Mein Herz lebt, rein aus Glück und Seligkeit.

Amen.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander

Gott, du hast mir zugesagt, dass ich schon selig bin.
Hilf mir, dass ich deine Zusage reinen Herzens annehmen kann
und lauteren Geiste bete mit den Worten Jesu Christi:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfr. Olaf Wisch)

Gemeindeseminar

Leider entfällt das angekündigte Gemeindeseminar auf Grund der aktuellen Corona-Regeln.