Ostermontag 2020

Hinweis: Sie können sich den Beitrag auch anhören: 

Nein, wir haben uns noch nicht an diese Zeit gewöhnt. Heute würde der Osterspaziergang „nach Emmaus“ anstehen, den wir gemeinsam mit den Gemeinden in Wörmlitz-Böllberg und Gesundbrunnen unternehmen würden.

Aber auch heute, am Ostermontag gilt:
Gottes Wort, Gebet und Segen haben überall Platz:
zuhause, am Küchentisch, auf dem Sofa oder draußen im Freien.

  • Vorbereiten

Ich lege beiseite, was mich gerade beschäftigt.
Mein Kopf und mein Herz sind voll.
Einatmen … ausatmen … Alles lassen.
Ich bin hier. Gott ist hier. Das genügt.

  • Anfangen

In deinen Händen, Herr, steht unsere Zeit.
Denke an mich in deiner Gnade.
Erhöre mich und hilf mir.
Amen.

  • Den Psalm zu Ostermontag beten

Hört Worte aus Psalm 118,
um mit ihnen zu danken, zu klagen, zu loben:

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
            und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten:
            Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;
            die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben
            und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;
            aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
            dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

Das ist das Tor des Herrn;
            die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast
            und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
            ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen
            und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
            lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

  • Ein Lied singen

„Wir wollen alle fröhlich sein“ (EG 100,1.5)

1) Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit,
denn unser Heil hat Gott bereit‘.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5) Des freu sich alle Christenheit
und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

  • Gedanken

Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm’s und aß vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Von Jerusalem an seid ihr dafür Zeugen. Und siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.

Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Das hat Hand und Fuß, heisst eine Redewendung. Sie gibt in guter Zuversicht wieder, dass eine Sache oder eine Planung taugt. Sie ist für den Alltag genügend. Mag der äußere Anschein auch dagegen sprechen. Oder vielerlei Bedenken, die das eine oder andere dagegen einzuwenden haben. Nein, sagt da die Stimme dieser Worte, nein, so können wir es machen; und es wird zu einem guten Ende führen. Der auferstandene Christus ist kein Geist, kein Gespenst, kein Hirngespinst, keine kettenklirrende und angstmachende Erscheinung aus der Vergangenheit. Christus ist gegenwärtig, mit Fleisch und Knochen und hat Hand und Fuß. Auch heute!

Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm’s und aß vor ihnen. Der auferstandene Christus isst. Fisch liegt nahe. Das ist die Speise seiner Kindheit. Wie sie wohl zubereitet war? Haben die Jüngerinnen und Jünger den Fisch gebraten? Gab es Beilagen? Und welche Sorte Fisch war es? Wichtig allein aber ist, dass Jesus isst. Er tut seinem Körper etwas Gutes. Er genießt sein Leben. Auch der auferstandene Körper braucht was zwischen die Zähne. Er ist kein unfassbarer Seelengeist, sondern ein Körper von Fleisch und Blut. So wie ich. Ängstlich, begeistert, hungrig, zufrieden, liebebedürftig und liebegebend, voller Energie oder auch müde. So nah, wie ich mir selbst bin, ist mir auch der auferstandene Christus.

Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden. Jesus will, dass ich verstehe. Hier sieh, sagt er, das ist alles schon immer von mir gesagt worden. Ich bringe dir keine unverständliche Neuigkeit. Vertraue dem, was dir schon immer vor Augen war. Lese es noch einmal. Sortiere es neu ein. Und vergiss es nicht, auch wenn es dunkel um dich wird und wenn dich das Leben bedrückt. Und ich schaue ich mich um und sehe alles das, von dem Jesus spricht. Dunkles und Helles, Totes und Lebendiges, Schweres und Leichtes. Jesus ist mir aber nah. Im Leben und im Leben darüber hinaus. Der Tod ist nicht mehr in Gottes Hand.

Amen.

  • Beten

Gott, in der Stille rede ich mit dir
und vertraue darauf:
Da ist ein Du, das mich sieht und hört.

Still sein

Ich will dir danken, Gott, dass wir auch in diesen Tagen deine Nähe erfahren können. Deine Botschaft muss nicht ruhen. Manche neue Wege der Verkündigung über Internet, Postkasten und Telefon sind vielleicht ungewohnt. Aber das ist deiner Botschaft nah, dass wir sie auch heute anders hören lernen.

Still sein

Ich denke an die Menschen, die nicht nur in Krisenzeiten einsam sind. Menschen sind wir aus Fleisch und Blut; und so ist uns diese Nähe überlebenswichtig. Gebe uns Kraft und Kreativität, auch denen nah zu sein, die uns nicht so nah sind.

Still sein

Hilf mir,
dass ich in aller Ungewissheit und Angst
nicht das Vertrauen verliere.
Lass mich und die anderen besonnen bleiben.
Bewahre die Schwachen.
Sorge für die Kranken.
Sei bei allen, die sterben.
Beschütze alle,
die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten,
die Kranke pflegen,
Eingeschlossene versorgen
und sich darum bemühen, dass wir haben,
was wir zum Leben brauchen.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfarrer Olaf Wisch)