19. Sonntag nach Trinitatis (Konfirmation) 2020

  • Eröffnung

Konfirmation im Herbst. Eine ungewöhnliche Zeit. Eine Zeit, die von vielen Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Die Konfirmanden sagen Ja zu ihrer Taufe und bekennen damit, dass Gottes Kraft weit über die menschlichen Kräfte hinausgeht. Dieses Bekenntnis teilen wir mit diesen jungen Menschen. Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

  • Ein Lied: Da berühren sich Himmel und Erde

1) Wo Menschen sich vergessen,
die Wege verlassen.
Und neu beginnen, ganz neu.
Refrain: Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.
2) Wo Menschen sich verschenken,
die Liebe bedenken.
Und neu beginnen, ganz neu.
Refrain
3) Wo Menschen sich verbünden,
den Hass überwinden.
Und neu beginne, ganz neu.
Refrain

  • Psalmübertragung

Gott du zeigst mir den Weg zum Leben.
Deine Nähe erfüllt mich mit Freude.
Aus deiner Hand strömt Leben.
Du bist mein Gott.

Mein Glück finde ich in dir.
Was ich brauche, du teilst es mir zu.
Du hältst mein Leben in der Hand.
Du schützt mich.

Ich danke Gott, der mir meinen Weg zeigt.
Auch nachts erinnere ich mich an seine Worte.
Gott ist mir nahe,
das ist mir deutlich vor Augen.
Er steht mir zur Seite,

darum fühle ich mich sicher.
Ich weiß mich geschützt und geborgen
Darüber freue ich mich und bin dankbar.

  • Die Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium

Als er aber das Volk sah, ging Jesus auf einen Berg.
Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

  • Predigt zur Konfirmation 2020 am 18.10.2020 in der Lutherkirche

Liebe Eltern und Familien, liebe Paten, liebe Gemeinde, lieber Menes, liebe Linda, lieber Maximilian,

länger als die Konfirmanden vor euch musstet ihr in diesem besonderen Jahr auf eure Konfirmation warten. Schön, dass wir sie nun heute, wenn auch verspätet und bei etwas herbstlichem Wetter feiern können.

Gut seht ihr heute aus. Erwachsen und auch etwas stolz. Es ist euch ab zu spüren, dass ihr eure eigenen Wege geht. Dass Ihr Verantwortung übernehmen und eine neue Freiheit gewinnen wollt, immer mehr selber entscheiden möchtet.

Was können wir euch heute mit auf euren Weg ins Erwachsenenleben geben? In diesem besonderen Jahr, dass uns weltweit vor eine ganz neue Situation gestellt hat. Mit vielen Verunsicherungen, Sorgen und Ängsten, mit der Erfahrung, dass meine persönliche Freiheit eingeschränkt wird zum Wohle aller.

Mich hat die Auswahl eurer Konfirmationssprüche gefreut und das Gespräch, dass wir dazu hatten, eure aus Ton geformten Symbole haben mich bewegt. Sie sind vorne auf dem Foto auf dem Liedblatt zu sehen.

Ein Engel, zwei segnende Hände und ein Arm mit einem ordentlichen Muskelpaket.

Mit eurem Konfirmationsspruch habt ihr euch selber wichtige Worte für euren Lebensweg ausgesucht.

Und im Zusammenblick aller drei Verse aus der Bibel ergeben sie einen guten Wegweiser.

Menes dein Konfirmationsspruch steht im Psalm 33:

„Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig und was er zusagt, dass hält er gewiss.“

Wann empfinde ich etwas als wahrhaftig? Welchen Worten vertraue ich und lasse mich von Ihnen leiten? Welche Worte verführen mich? Welche Zusage gilt? Auf wen kann ich mich verlassen? Und welche Zusage trägt nicht? Geht am Ende nicht auf?

Liebe Konfirmanden, zum Erwachsen werden wird es gehören, dass ihr selber immer wieder prüfen müsst, welche Worte halten, was sie versprechen und welchen Zusagen kann ich trauen. Ihr werdet beides erleben – wahrhaftige Worte, verlässliche Zusagen, aber auch Enttäuschungen werden nicht ausbleiben.

Der Psalmbeter sagt: auf Gottes Wort und Zusage kann ich mich verlassen. Es gibt Orientierung, an ihm kann ich prüfen, was gut und richtig ist, und welchen Worten ich vertrauen kann.

Maximillian dein Konfirmationsspruch steht im ersten Timotheusbrief:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Was hilft mir, wenn die Furcht, wenn die Angst groß wird? Vor einer Situation, in der es um etwas geht, wenn ich Angst habe zu versagen. Wenn die Angst sich anschleicht, dass jemandem der mir wichtig ist etwas passieren könnte? Wenn die Nachrichten voll sind von steigenden Infektionszahlen?

Kraft, Liebe und Besonnenheit hat uns Gott gegeben, nicht die Furcht, nicht die Angst.

Ängste und Sorgen werdet ihr aus eurem Leben nicht verbannen können. Das wünscht man sich manchmal, aber es wäre nicht gut. Sie gehören dazu wie die Freude und Leichtigkeit.

Aber sie sollen unser Leben nicht grundlegend bestimmen. Wir sollen uns an die Kraft und die Liebe und die Besonnenheit halten.

Unsere eigenen Kräfte und Gottes Kraft.

Die Liebe Gottes zu uns und unsere Liebe zu unserem Mitmenschen. Dem einen, der einen, der ich so gerne mein ganzes Herz schenken möchte. Aber auch die Liebe mit der ich meinen Mitschüler, meine Mitschülerin angucke und versuche zu verstehen, was mit ihm los ist, wenn er, wenn sie so blöde reagiert.

Und die Besonnenheit, wir dürfen uns Zeit lassen und nochmal eine Nacht darüber schlafen, was wirklich richtig und angemessen ist. Wir dürfen uns nochmal beraten lassen, andere Meinungen hören und dann eine Entscheidung treffen.

Linda, dein Konfirmationsspruch sind Verse aus dem 62. Psalm

„Meine Seele ist stille zu Gott der mir hilft. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht fallen werde.“

Manchmal kann man nicht darüber sprechen, was einem gerade auf der Seele liegt. Da nervt es, wenn die Eltern fragen, was denn los sei.

Manchmal ist es schön, wenn es still es. Wenn man einfach nur in einer Kirche sitzt, oder an der Saale am Meer oder auf einem erklommenen Berggipfel. Und dann spürt man manchmal auch Gott irgendwie.

Gott braucht von uns nicht viele Worte. Es reicht da zu sein. Auch leere Hände darf man ihm hinhalten. Auch das, was man sich traut niemandem zu erzählen. Er hilft, er ist ein starker Fels, der sich nicht so leicht kleinkriegen lässt. Gott bietet uns Schutz und fängt uns auf.

Das heißt nicht, dass wir verschont bleiben von schweren Situationen im Leben. Aber es heißt, dass wir gerade in diesen Situationen nicht alleine sind.

Liebe Konfirmanden, wenn wir ihr heute „ja“ sagt zu eurem christlichen Glauben und wir euch heute Gottes Segen zusprechen, dann sind das gute Grundlagen für euren Weg ins Erwachsenenleben.

Geht mit Lust auf das Abendteuer Leben, geht eure eigenen Wege mit Spaß und Freude und mit dem Vertrauen, dass Gott eure Wege, wo immer sie euch auch hinführen, begleiten wird. Amen.

  • Ein Gebet miteinander und füreinander

Gott, wir bitten dich für die jungen Menschen, die wir heute konfirmiert haben. Begleite ihre Lebenswege mit deinem Segen. Wecke ihre Neugier auf das Leben und diese Welt und stelle ihnen Menschen an die Seite, die sie von deiner Nähe zu uns überzeugen.
Gott, wir bitten dich für die Eltern der Konfirmanden. Sei bei ihnen, wenn jetzt ihre Kinder mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen.

Hilf ihnen, dass sie ihren Kindern Freiheit gewähren können, ohne sie alleine zu lassen mit ihren Aufgaben und Fragen.

Gott, wir bitten dich für alle, die Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden begleiten: Freunde, Paten, Verwandte, Lehrer, wir in unseren Gemeinden. Gib ihnen Offenheit für die Gedanken und Erfahrungen junger Menschen.

Lass sie den Jugendlichen hilfreiche Begleiter werden.

Mit den Worten Christi beten wir:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

  • Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige
Gott, + Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

(Pfr. Olaf Wisch / ord.GP Gunda Ortmann)